Die vier Geheimnisse einer Erfolgreich Erfüllten Partnerschaft

Erstes Geheimnis: Nr. 1 sein
Stephan und Maria Craemer | 18. Februar 2017 | Thema: Erfüllung, Familie, Partnerschaft

Zu Beginn einer Partnerschaft denken die Meisten: „Diese Person ist der Richtige, bzw. die Richtige! The One and Only.“ Man hat keine Fragen mehr, keine Zweifel, man fühlt sich einfach nur gut, geliebt, wertgeschätzt und ist rundum glücklich. Mit diesem Menschen will man bis ans Ende der Tage zusammenleben, man kann sich gar nicht vorstellen, getrennt zu sein.

Beziehungsphasen
Ist der Partner nicht mehr die Nr. 1 wird es anstrengend.

In der Verliebtheitsphase erleben die meisten Paare dieses Hochgefühl. Sie verbringen viel Zeit miteinander, wollen den anderen wirklich kennenlernen, machen Geschenke und sind aufmerksam für die Wünsche des anderen. Im Laufe der Zeit ändert sich das, der Partner wird als Selbstverständlichkeit hingenommen und nicht mehr als zu entdeckendes Abenteuer, welches stattdessen im Außen gesucht wird: Der Beruf bzw. die Karriere werden wieder wichtiger, Freiheit bzw. Unabhängigkeit scheinen wieder als verheißungsvolle Glücksbringer oder die Kinder stehen an erster Stelle – selbst dem Hund wird mehr Zeit gewidmet als dem Partner. Der vermeintliche Alltag hat sich eingeschlichen, die Streits werden immer mehr und heftiger und die Freude über das Zusammensein immer weniger. Sie verweigert mehr und mehr körperliche Nähe und Verschmelzung und ihm vergeht die Lust auf Kommunikation. Wobei es moralisch gerechtfertigter zu sein scheint, Letzteres einzufordern: Der Mann hat ihr Kommunikations-‚bedürfnis’ gefälligst zu erfüllen; seinem Bedürfnis nach körperlicher Verschmelzung entledigt frau sich aber gern leichtfertig, indem sie ihn als triebhaft entwertet. Interessant ist, dass mit Auftauchen eines neuen Partners die Lust auf Sexualität schlagartig wiederkommt.

Wenn die Streits mehr und die Begeisterung übereinander weniger werden, sind sie in der Konfliktphase, die den meisten als Alltagstrott bekannt ist. Die Streitereien hören erst auf, wenn der wahre, hinter den täglichen Streitereien liegende Konflikt aufgedeckt wird: Der Partner wurde vom Platz der Nummer 1 verbannt, was sich durch Missverständnisse, Vorwürfe, Misstrauen und Verweigerung zeigt. Auf dieser Basis ist eine gerade mal irgendwie funktionierende, aber keine erfolgreich erfüllte Partnerschaft möglich.

Warum bleibt der Partner nicht die Nummer eins?
Der Partner wird nicht bewusst und plötzlich von der Nummer eins Position entfernt, sondern es ist ein schleichender Prozess. Anderen Menschen oder Tätigkeiten schreibt man subtil immer mehr Wichtigkeit zu, man verbringt immer weniger gemeinsame Zeit mit dem Partner und lässt sich irgendwann in Ruhe, dem politisch korrekten Anspruch der Unabhängigkeit frönend. Die vorherige Sicherheit der Partnerschaft wird somit nicht als Sprungbrett für gemeinsame Abenteuer genutzt, sondern als Begründung für schleichende Distanz bis hin zur Trennung. Man fängt an, den Partner mit anderen Augen zu sehen: kritischer, bewertender, vergleichender. Dieser Blick wird meistens getrübt durch ein prinzipielles Misstrauen dem anderen Geschlecht gegenüber, welches oft in vergangenen Beziehungserfahrungen genährt wurde. Auch werden Beziehungsmuster der Eltern wiederholt – oder ihr Gegenteil gelebt. Dann sieht es zwar (nach außen hin) anders aus, ist aber dasselbe, nur anders. Zudem wissen die meisten nicht, dass sie den Partner von der Nummer eins Position entfernt haben, sie können es jedoch an ihren Gefühlen ablesen: Die negativen Gefühle werden häufiger und stärker und die beschwingten Liebesgefühle immer weniger.

Aus dem Alltagstrott der Beziehung aussteigen
Vom Alltagstrott über die Verliebtheit zur wahren Liebe

Es ist möglich, aus dem Alltagstrott auszusteigen und den Partner wieder zur Nummer eins zu machen. Das erfordert zum einen die Bereitschaft anzuerkennen, dass man es sich in der gepflegten Langweile gemütlich gemacht und sich zufriedengegeben hat. Darüber hinaus erfordert es die Bereitschaft, weder sich noch dem anderen dafür die Schuld zuzuweisen. Niemand ist schuld und beide sind nicht nur zu fünfzig, sondern zu hundert Prozent verantwortlich. Als Drittes braucht es die Absicht beider, eine erfolgreich erfüllte Partnerschaft zu erschaffen. Voraussetzung dafür ist wiederum die Absicht, über seine verkrusteten Vorstellungen von Richtigkeit bezüglich MannSein / FrauSein / Hingabe / Potenz, etc. im Unrecht zu sein, selbst wenn man davon überzeugt ist, sie durch Erfahrungen bestätigt bekommen zu haben. Denn was zu einer resigniert genügsamen Partnerschaft geführt hat, ist ungeeignet für eine erfolgreich erfüllte Partnerschaft.

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Einleitung: Die vier Geheimnisse einer Erfolgreich Erfüllten Partnerschaft

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