Gleichberechtigung ist nur für Frauen

Maria Craemer | 6. Dezember 2016 | Thema: Partnerschaft

Ein Kernproblem in Beziehungen ist, dass Frauen häufig mit zweierlei Maß messen, weil sie sich für das (moralisch) bessere Geschlecht halten. So haben sie das Problem in ihrer Partnerschaft schnell und eindeutig identifiziert – es ist der Mann. Wenn er doch nur anders, sozialer, gefühlvoller, irgendwie mehr wie eine Frau wäre, dann … ! Ja, was dann? Dann haben sie als Partner eine Frau im Männerkörper! Ob das wirklich so gut ist? Das, was der Mann will, ist vorgeblich nicht halb so gut und richtig, wie das, was die Frau will. Wenn der Mann Nähe und Verschmelzung durch Sexualität will, wird er als triebgesteuert abgestempelt. Der Wunsch der Frau, Nähe durch Kommunikation zu erzeugen, wird als Ausdruck sozialer Kompetenz verklärt.

Sollte der Mann Kinder wollen, ist er selbstsüchtig und will die Frau nur unterdrücken, indem er sie ans Haus fesselt. Der Kinderwunsch der Frau hingegen ist vorgeblich ein Ausdruck unendlicher Liebe und sozialer Fürsorge. Keine Kinder zu wollen stempelt den Mann zum rücksichtslosen Egoisten ab, dem nur seine Karriere, Status und materielle Güter wichtig sind. Sollte er das erwirtschaftete Geld der Familie zur Verfügung stellen, ist das so selbstverständlich, dass es keinerlei Wertschätzung bedarf.

Für die eigene Karriere auf Kinder zu verzichten, bringt der Frau ein Höchstmaß an Bewunderung, da sie sich dem Joch der Unterdrückung verwehrt und Unabhängigkeit lebt. Sollte sie jedoch eine berufstätige Mutter sein, ist es mehr als selbstverständlich, dass das von ihr erwirtschaftete Geld auch ihres bleibt. Sein Geld ist für die lästigen Kosten wie Strom, Wasser, Gas, Heizung und ihres für die schönen Dinge des Lebens, schließlich musste sie ja auch hart dafür arbeiten. Als reine Hausfrau (das Wort mag man ja kaum noch schreiben, so sehr wurde es vom Feminismus diffamiert) sollte sie darauf bestehen, dass ihr Mann nach Arbeitsschluss im Haushalt hilft. Niemand würde jedoch auf die Idee kommen – geschweige denn wagen – von ihr zu verlangen, dass sie ihm im Gegenzug bei seiner Berufsarbeit hilft.

Sex ist schlecht – Reden ist gut

Haben wir zum jetzigen Zeitpunkt die Leserinnen verprellt? Ist der Aufschrei groß genug? ‚Fühlen’ sie sich ungerecht behandelt? Warum? Das sind erstmal reine Fakten. Das Interessante ist, dass die meisten Männer dem sogar zustimmen, denn sie haben zumeist nur eines im Sinn: sie wollen, dass ihre Frau glücklich ist. Dafür tun sie alles und natürlich gibt es Ausnahmen. Wir reden hier nicht von den fünf Prozent der gewalttätigen Durchgeknallten, sondern vom normalen Mann. Eine Frauen weiß, dass ihr Mann alles tut, damit sie glücklich ist. Er kauft einen Familiencombi statt eines Sportwagens, fährt statt in die Karibik mit der Familie nach Dänemark in den Urlaub, arbeitet im Haushalt mit, auch wenn er es immer verkehrt macht. Immer hoffend, dass sie endlich glücklich ist und ihn irgendwann dafür eventuell sogar mit Sex belohnt.

Sie stellt sicher, nie glücklich zu sein, damit er nicht aufhört, einigermaßen korrekt zu funktionieren. Sex braucht sie nicht mehr, bekommt sie doch genug Nähe durch ihre Kinder, Freundinnen und Mutter. Da ihr Gehirn allein durch sozial-emotionale Kommunikation Glücksbindungshormone erzeugt, hat sie mehrere Quellen für Nähe, er nur eine: seine Frau. Dadurch ist er ihrer Willkür ausgeliefert. Das Gehirn des Mannes erzeugt Glücksbindungshormone ausschließlich durch Körperkontakt: Haut auf Haut. Erschwerend hinzu kommt, dass sein System ca. zwei- bis dreimal mehr körperliche Nähe braucht als ihres, um die Glücksbindungshormone in der gleichen Menge zu erzeugen wie sie.

Sein natürliches Bedürfnis verleitet sie dazu, ihn als triebgesteuert abzustempeln. Den Begriff ‚redetriebgesteuert’ hingegen gibt es gar nicht, da mit viel Reden kein Trieb verbunden wird; ein Mann mag das anderes sehen. Für Sexualität braucht Frau die richtigen Gefühle, eine gute Stimmung und vor allem keine Kopfschmerzen. Der Mann hat gefälligst zu respektieren, wenn sie keine Lust hat. Als hätten Männer immer Lust auf Reden oder wären genau dazu nach einem langen Arbeitstag noch in Stimmung. Ihm darf man allerdings öffentlich vorwerfen, dass er ein Redemuffel ist; dass sie ein Sexmuffel ist, sollte er nicht einmal denken, geschweige denn die Öffentlichkeit wissen.

Nicht schlecht ist auch nicht gut

Irgendwann leben beide wie zwei Singles in Partnerschaft nebeneinander her, Gemeinsamkeiten sind auf ein Mindestmaß reduziert. Es scheint nicht schlecht, aber auch nicht gut; gemütliches Elend halt. An diesem Punkt angekommen, schaut Frau sich nach einem anderen um oder erwägt als Alleinerziehende zu leben – das bringt zumindest Anerkennung von anderen Frauen. Der Mohr hat seine Zeugungspflicht erfüllt, jetzt wird er nur noch als Versorger gebraucht. Wenn er nicht zahlt, wird er durch ‚Vater’ Staat ersetzt, der will wenigstens keinen Sex. Er versteht die Welt nicht mehr, hat er ihr doch gegeben, was sie wollte und doch war es falsch.

Keiner ist schuld und beide sind verantwortlich.

Das ist aber ungerecht, dass nur die Frauen schuld an diesem Dilemma sein sollen, mag die leicht angesäuerte Leserin denken. Keiner von beiden ist schuld und jeder ist zu hundert Prozent verantwortlich, selbst wenn der Einfluss der Frau auf den emotionalen, mentalen und materiellen Status der Beziehung größer ist als seiner.

Potenz – wie ein scharfes Schwert zum Buttermesserchen wird

Das Problem der Männer ist, dass sie sich dazu domestiziert haben, ihre Potenz zurückzuhalten, weil sie nicht gelernt haben, sie angemessen und wirkungsvoll einzusetzen ohne jemandem damit zu schaden. Damit ist nicht ausschließlich ihre sexuelle Potenz gemeint – auch wenn Männer diese gern öfter ausleben würden, aber der Harmonie wegen lieber kalt duschen – sondern auch ihre finanzielle wie geistige Potenz und vor allem ihre Fähigkeit der Potenzkommunikation. Männer lassen sich viel bieten, hoffend, dass es irgendwann besser wird. Bloß keinen Streit riskieren. So bleibt es so erbärmlich wie es ist und wird mit fortschreitender Zeit schlimmer.

Schon im Kindergarten wird den Jungen beigebracht, mehr wie Mädchen sein zu sollen, ruhiger, angepasster, sozialer und vor allem kommunikativer. Nicht so laut, wild, aggressiv oder schweigsam. Warum müssen Jungen eigentlich Blümchen ausmalen statt Spider-Man? Warum nicht mal ein Batman Osterei statt eines mit Häschen? Hatten sie im Kindergarten vielleicht noch den Freiraum des Tobens, werden sie in der Schule mit rigiden Reglementierungen und schlussendlich Ritalin ruhig gestellt. Sport wird stundenweise reduziert und in der Oberstufe werden sie mit sehnsüchtelnden Romanen wie Effi Briest gequält. Vor allem soziale Werte werden ihnen vermittelt, da diese ja viel besser zu sein scheinen als materielle.

Sind sie auf Erfolgskurs und wollen Ideen umsetzen, die einen geldwerten Vorteil bringen, weht ihnen der scharfe Wind der politischen Korrektheit entgegen. Geboren mit dem Schwert der Potenz, verlassen sie die Schule ohne nennenswerte wirtschaftliche Kompetenz, nur mit einem kleinen Buttermesserchen in der Hand, kaum fähig, sich irgendeiner Diskussion mit einer Frau zu stellen – geschwiege denn diese zu gewinnen. Setzt selbige ihre Gefühligkeiten ein, ist es ganz um sie geschehen und weiter geht’s mit der nächsten Generation der verweiblichten Männer und vermännlichten Frauen.

Geschlechtergleichberechtigung ist nicht Geschlechtergleichheit

Was am wenigsten für eine erfolgreich erfüllte Partnerschaft funktioniert ist Geschlechtergleichheit. Damit ist übrigens ausdrücklich nicht Gleichberechtigung gemeint, weil die selbstverständlich ist. Wenn Göttin Gleichheit gewollt hätte, wären die Geschlechter identisch. Da sie es offenkundig nicht sind, muss Ungleichheit universell beabsichtigt sein. Wenn eine Frau beweisen will, dass sie der bessere Mann ist und alles allein besser kann, wird der Mann überflüssig. Alles, was ein Mann kann, kann eine Frau auch. Seine einzige Überlegenheit ist die der körperlichen Stärke, aber die wird kaum noch gebraucht: Selbst die Koffer haben Rollen. Als Ergebnis fühlen Männer sich überflüssig und wollen immer weniger eine verbindliche Partnerschaft eingehen. So wichtig und notwendig die Emanzipation der Frauen war, so zerstörerisch wirkt sich jetzt die ausschweifende Art des Feminismus aus, die das FrauSein einseitig überhöht und damit die Frau bevorzugen will.

Männer wissen zumeist nicht, wie sie sich gegenüber den Gefühligkeiten einer Frau verhalten sollen, also tun sie alles, damit sie guter Stimmung bleibt. Dummerweise werden sie genau dafür von ihrer Frau nicht geliebt oder geachtet, sondern entwertet und sogar verachtet. Hier ist jetzt sein großes Dilemma: Nimmt er Rücksicht auf ihre Gefühle (die meist gar keine echten Gefühle sind, sondern nur als Gefühligkeiten orchestrierte Gedanken), lehnt sie ihn dafür ab, dass er so leicht manipulierbar ist, und er wird zum Weichei deklariert. Nimmt er keine Rücksicht auf ihre mental-emotionalen Gefühligkeiten, ist ihm die Arschkarte sicher. Was jetzt?

Zustimmende Liebe ist der Schlüssel

Das Anders-Sein des anderen Geschlechts begeistert willkommen heißen.

Ziehen Gegensätze sich an oder stoßen sie sich ab? Rein physikalisch ziehen Gegensätze sich an. Das ist auch im zwischenmenschlichen Bereich der Fall. Diese Anziehung, sprich Attraktivität, bliebe dauerhaft bestehen, wenn man in der Partnerschaft die unterschiedlichen Pole nicht gleichschalten wollte. Das Anders-Sein des anderen Geschlechts nicht nur gnädig zu respektieren oder hoheitsvoll zu tolerieren, sondern es als beabsichtigte Ergänzung und erwünschte Bereicherung begeistert willkommen zu heißen ist der erste wirkungsvolle Schritt, um das Spielfeld für eine erfolgreich-erfüllte Partnerschaft zu eröffnen und seine vier unverzichtbaren Säulen (Nummer Eins – Liebe – Vertrauen – Respekt & Achtung) dauerhaft stabil aufzustellen.

Mit unseren bevorzugten Geschlechterideologismen fahren wir unsere Partnerschaften in jede erdenkliche Sackgasse. Der erste Schritt, um dort wieder heraus zu kommen ist, im wahrsten Sinne des Wortes, sich innerlich umzudrehen und die Verachtung für das Anders-Sein des anderen Geschlechts aufzugebren. Um das Anders-Sein des anderen Geschlechts begeistert willkommen heißen zu können, müsste zuvor jedes Geschlecht seine Vorwürfe, seine Verachtung, sein Misstrauen und die mit willkürlichen Schlussfolgerungen gespeiste Rechtfertigungsgeschichte dafür aufdecken und aufgeben. Das ist möglich. Und viele Paare haben dazu sowohl unser BeziehungsTraining, als auch das KommunikationsTraining erfolgreich genutzt und so ihren Glücksmittelwert in der Partnerschaft kontinuierlich gesteigert – was zudem auch noch wesentlich bessere Ergebnisse außerhalb der Partnerschaft zur Folge hatte.

So konnten sie wieder gemeinsam aus dem langweiligen Ehehafen in ein abenteuerliches, erfolgreiches, inspirierendes und erfülltes Leben auf hoher See auslaufen und einige haben sogar zwischendurch die Mannschaft vergrößert. Nur im scheinsicheren Hafen nebeneinander herum zu dümpeln hält die Partnerschaft unerfüllt, da hilft auch kein gelegentliches Boathopping. Der Vorteil, gemeinsam auf hohe See hinaus zu segeln, ist, dass während der Fahrt niemand aussteigen kann und man alle Stürme gemeinsam meistern muss. Erst durch dieses Meistern bekommt die Partnerschaft immer mehr Stabilität und vor allem eine immer bessere Qualität und Intensität, die wiederum sonnig erfüllte Fahrtabschnitte ermöglicht. Was man mit dem jetzigen Partner nicht meistert, muss man mit dem nächsten, dann kann man es auch gleich mit dem jetzigen.

Schiff ahoi!

www.coachingacademie.de

Save

Save

Save

Save

Save

Save

Save

Save

zurück zur Übersicht